Weibliche Pinoniere der Wissenschaft - Frauen des Forschungscampus Dahlem

Die Physikerin Lise Meitner ist die prominenteste Forscherin, die über Jahrzehnte in Berlin-Dahlem lebte und arbeitete. Doch auch weniger bekannte Frauen prägten den Campus nachhaltig. Der Rundgang stellt ihre Lebenswege vor und zeigt, in welch kurzer Zeit Frauen ihren Platz in der über Jahrhunderte männlich geprägten Welt der Wissenschaft eroberten.

Elisabeth Schiemann

Die Chemikerin Clara Immerwahr – sie beging 1915 in Dahlem Suizid – steht für das erfolglose weibliche Ringen um berufliche Selbstbehauptung. Doch obwohl ihr Ehemann – der Nobelpreisträger Fritz Haber – seine Ehefrau nicht in der Forschung sehen wollte, beschäftigte er selbst Frauen: Die Agrarchemikerin Margarethe von Wrangell arbeitet in den 1920er-Jahren in Habers Dahlemer Institut und wurde später eine der ersten ordentlichen Professorinnen. Ihr gelang es, beruflichen Erfolg und Privatleben zu vereinbaren. Als Gründerin des Deutschen Akademikerinnenbunds sorgte sie auch dafür, dass Wissenschaftlerinnen sich systematisch vernetzten und ihre Interessen öffentlich geltend machten.

In der NS-Zeit nutzten einige Forscherinnen – ebenso wie manche männlichen Kollegen – die Möglichkeiten, die das menschenverachtende Regime bot, für unethische Experimente. Die Biologin Elisabeth Schiemann dagegen half vielen Verfolgten bei der Flucht aus Deutschland, darunter auch ihre Freundin Lise Meitner. Deren Arbeiten, die sie zusammen mit Otto Hahn am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie durchführte, mündeten wenige Monate nach ihrer Emigration 1938 in die Entdeckung der Kernspaltung. 

Der Blick auf weibliche Karrieren macht Strukturen des Wissenschafts- und Gesellschaftssystems und dessen Veränderungen zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg sichtbar. Und viele Fragen, die sich angesichts weiblicher Karrieren in der Wissenschaft stellen, sind aktueller denn je: Welche Eigenschaften müssen Frauen mitbringen, um beruflich erfolgreich zu sein? Müssen sie besser sein als männliche Kollegen? Und wie gelingt es ihnen Beruf und Familie zu vereinbaren?

Termine

Der Treffpunkt ist jeweils das Harnack-Haus, Ihnestr. 16-20, 14195 Berlin-Dahlem. Der Unkostenbeitrag beträgt 5 Euro (3 Euro ermäßigt).

  • 06.05.2017
  • 03.06.2017
  • 01.07.2017
  • 05.08.2017
  • 02.09.2017 (jeweils 15 Uhr)

Die Themenführung kann von Gruppen bis 25 Personen in deutscher und englischer Sprache gebucht werden. Unkostenbeitrag 120 € (Deutsch), 140 € (Englisch). 20% Rabatt für kooperierende Einrichtungen.

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