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Gustav Krupp von Bohlen und Halbach

1870 Den Haag (Niederlande) – 1950 Blühnbach (Deutschland)
Diplomat, Industrieller
Land: Deutschland
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Gustav Krupp von Bohlen und Halbach

Der Diplomat ist einer der einflussreichsten Männer seiner Zeit, seitdem er 1906 in die deutsche Industriellendynastie Krupp eingeheiratet hat. Seit dem 19. Jahrhundert ist Kruppstahl, dessen Produktionspatent die Firma eifersüchtig hütet, ein Grundstoff der rasanten Industrialisierung. Als Gustav an der Seite von Berta Krupp das Ruder übernimmt, steht der Konzern glänzend da und die Hand des Chefs greift weit über die eigene Firma hinaus.

Seit 1911 ist Gustav Krupp Senator der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und fördert sie mit erheblichen Summen. Zur Eröffnung des Harnack-Hauses lobt er das neue Clubhaus als Ort, wo Forschung und Gesellschaft zueinander finden. Wissenschaft jenseits des Elfenbeinturms kommt letztlich auch Krupps Produkten zugute.

Den Nazis steht er zunächst distanziert gegenüber, ändert jedoch seine Meinung und unterstützt 1933 Hitlers Wahlkampf. Im Zweiten Weltkrieg steigert sich der Umsatz der Krupp-Werke rasant, sie beschäftigen KZ-Insassen und Kriegsgefangene. 1943 zieht Krupp sich aus der Firma zurück. Seine schwere Erkrankung bewahrt ihn 1946 davor, bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen zur Verantwortung gezogen zu werden.

 
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