Menschen

Richard Kuhn

1900 Wien (Österreich) – 1967 Heidelberg (Deutschland)
Biochemiker, Chemiker, Nobelpreis für Chemie 1938
Länder: Österreich, Deutschland
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Richard Kuhn

Als Nobelpreisträger teilt er sein Los mit Adolf Butenandt: Wie dieser erhält er den Nobelpreis zugesprochen, darf ihn aber nicht annehmen. Hitler verlangt, den Preis zurückzuweisen, da die norwegische Kommission den Friedensnobelpreis zuvor an den Publizisten Carl von Ossietzky vergeben hat, der in einem deutschen Konzentrationslager interniert ist.

Kuhn ist zu dieser Zeit Abteilungsdirektor am Kaiser-Wilhelm-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg. Im Harnack-Haus ist er mehrfach Gast wissenschaftlicher Symposien. Den Nobelpreis bringen ihm seine Arbeiten über Vitamine und Pflanzenfarbstoffe ein. Dass er seit 1941 auch Kampfgasforschung betreibt und mit dem Soman ein tödliches Nervengas entdeckt, wird erst in den 1980er-Jahren bekannt. Auch Kuhns Verhalten gegenüber seinem Kollegen Otto Meyerhof überschattet seinen wissenschaftlichen Ruhm: 1936 informiert Kuhn die Generalverwaltung in Berlin, dass Meyerhof unerlaubt jüdische Mitarbeiter beschäftige.

Ab 1953 setzt Kuhn seine Karriere am Heidelberger Institut fort. Dieses ist inzwischen in die Max-Planck-Gesellschaft integriert, deren Vizepräsident Kuhn 1955 wird.

 
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