Menschen

Adolf Butenandt

1903 Lehe (Deutschland) – 1995 München (Deutschland)
Biochemiker, Nobelpreis für Chemie 1939
Land: Deutschland
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Adolf Butenandt

1939 erreicht Butenandt in Dahlem die Nachricht, dass er den Nobelpreis für seine Arbeit über Steroidhormone erhalten soll. Doch die Ehrung ist bitter, denn er ist gezwungen abzulehnen. Hitler hat allen Deutschen verboten, den begehrten Preis anzunehmen. Damit reagiert er darauf, dass die norwegische Kommission den Friedensnobelpreis in offener Kritik an Hitlers Regime an den Publizisten und Schriftsteller Carl von Ossietzky vergeben hat, der in einem deutschen Konzentrationslager inhaftiert ist. Butenandt ist Mitglied der NSDAP und ein wichtiger Kopf der deutschen Forschung. Er folgt der politischen Weisung.

Nach dem Ende der Diktatur nimmt Butenandt die Nobelurkunde entgegen. Er ist jetzt Direktor des Max-Planck-Instituts für Biochemie. 1960 wählt ihn die Max-Planck-Gesellschaft zu ihrem Präsidenten. Aus Verbundenheit mit der großen Dahlemer Wissenschaftstradition versucht er, das Harnack-Haus als Tagungshotel zurückzugewinnen.

Butenandts steile Karriere im Dritten Reich hat viele Fragen aufgeworfen. Inzwischen ist klar, dass er zwar kein einflussloser, kleiner „Mitläufer“ war, jedoch weder in NS-Menschenversuche involviert war, noch Präparate aus Lagern bezogen hat.

 
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