Menschen

Michael Polanyi

1891 Budapest (Ungarn) – 1976 Northampton (UK)
Physikochemiker, Mediziner, Kommunikator, Gesellschaftstheoretiker
Land: Ungarn

Michael Polanyi Bild vergrößern
Michael Polanyi

Polanyi stammt aus Ungarn. Die intellektuelle weltoffene Atmosphäre, die seine alleinerziehende Mutter schuf, sucht Polanyi zeit seines Lebens wie die Luft zum Atmen. 1920 kommt er nach Berlin und leitet ab 1923 die Abteilung für Theoretische Chemie am Institut Fritz Habers, dessen renommierte Kolloquien im Harnack-Haus er ab 1930 organisiert. Nach der Machtergreifung ist für den weltgewandten Polanyi in Deutschland kein Platz mehr. 1933 emigriert er als Folge der antisemitischen Gesetzgebung nach Manchester, wo er seine Forschung fortsetzt. 

Doch allein die Naturwissenschaft reicht dem universell interessierten Polanyi nicht aus. Schon 1919 engagiert er sich als junger Arzt für die Liberalen seines Heimatlands Ungarn, in Berlin lädt er Natur- und Wirtschaftswissenschaftler zu gemeinsamen Debatten ins Harnack-Haus. 1940 richtet seine Universität einen Lehrstuhl für Sozialwissenschaften für ihn ein. 

Auch privat überschreitet Polanyi scheinbar unüberwindliche Grenzen: Obwohl seine Schwester und sein Schwager von den Nazis ermordet wurden, knüpft Polanyi nach 1945 rasch wieder Kontakte nach Deutschland. 1948 nimmt er den Ruf zum Auswärtigen Wissenschaftlichen Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft an.

 
loading content