Menschen

Richard Goldschmidt

1878 Frankfurt/Main (Deutschland) – 1958 Berkeley, Kalifornien (USA)
Biologe, Genetiker
Länder: Deutschland, USA

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Richard Goldschmidt

Unter den Dahlemer Forschern ist Goldschmidt einer, der am weitesten gereist ist. Dank eines Jahresstipendiums bricht er 1914 zu einer Studienreise um den Erdball auf. Er fährt zuerst nach Japan. Im Sommer 1914 strandet er in den USA, denn inzwischen ist der Erste Weltkrieg ausgebrochen und Goldschmidt der Rückweg in die Heimat versperrt. Doch der Forscher macht aus der Not eine Tugend: Sein Kollege Ross Harrison räumt Goldschmidt einen Platz in seinem Labor an der Yale University ein. Nach seiner Rückkehr ans Kaiser-Wilhelm-Institut für Biologie in Dahlem 1919 revanchiert sich Goldschmidt: Neben Harrison sind Kollegen aus Indien, Japan, Finnland, der Schweiz und den USA seine Gäste und wohnen im nahe gelegenen Harnack-Haus. 

1935 verlässt Goldschmidt, der Jude ist, Deutschland endgültig. Dank seiner internationalen Netzwerke kann er in den USA Fuß fassen und wird Professor für Genetik in Berkeley. Obwohl sein Verhältnis zu Deutschland gebrochen bleibt, nimmt er 1948 die Wahl zum Auswärtigen Wissenschaftlichen Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft an.

 
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