Menschen

Carl Neuberg

1877 Hannover (Deutschland) – 1956 New York City (USA)
Biochemiker
Land: Deutschland

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Carl Neuberg

Neuberg hat Chemie studiert, interessiert sich aber für Gärungsprozesse und Enzyme. So wird er wie Otto Meyerhof und Otto Warburg zum Pionier einer neuen Disziplin: die Biochemie. Ab 1913 ist er zweiter Direktor am Dahlemer Kaiser-Wilhelm-Institut für experimentelle Therapie und Biochemie. Ab 1925 leitet er es allein. 

1934 wird er aus antisemitischen Gründen „beurlaubt“. Dennoch kann er sein Institut weiter leiten, denn die Suche nach einem Nachfolger mit Neubergs Qualitäten ist schwierig. Schließlich wird Adolf Butenandt berufen. Neuberg ist nun am Institut nicht mehr geduldet, er kann aber ein Privatlabor mit Geräten ausstatten. 1939 entschließt er sich zur Emigration nach Palästina. Er reist zunächst nach Amsterdam, doch der Ausbruch des Kriegs verhindert die Weiterreise. Sie gelingt nur dank eines Transitvisums, das sein ehemaliger wissenschaftlicher Gast Claude Fromageot für ihn besorgt. 

Nach dem Ende des Dritten Reichs bietet Butenandt ihm an, ans Institut zurückzukehren. Neuberg, der nach einer Odyssee um den Globus in den USA lebt, lehnt ab. Die Berufung der Max-Planck-Gesellschaft zum Auswärtigen Wissenschaftlichen Mitglied nimmt er aber an.

 
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