Menschen

Otmar Freiherr von Verschuer

1896 Richelsdorfer Hütte (Deutschland) – 1969 Münster (Deutschland)
Mediziner, Humangenetiker
Land: Deutschland

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Otmar Freiherr von Verschuer

Verschuer leitet von 1927 bis 1935 am Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik die Abteilung für menschliche Erblehre und ist der engste Vertraute von Direktor Eugen Fischer. Das benachbarte Harnack-Haus sieht ihn oft als Redner. Ab 1932, und noch mehr nach 1933, ist Verschuer mit seinen Vorträgen auch in ganz Deutschland unterwegs. Über „Vererbung und Volksgesundheit“ spricht er nicht nur in Abendvorträgen, sondern auch in Schulungen für Amtsärzte und Erbgesundheitsrichter. Nach einer Interimsphase an der Frankfurter Universität kehrt er 1942 als Nachfolger von Eugen Fischer nach Berlin zurück. Über seinen Doktoranden Josef Mengele, der als Lagerarzt in Auschwitz unzählige Menschenversuche durchführt, bezieht er Gewebeproben ermordeter Häftlinge.  

Nach dem Krieg hat Verschuer Berufsverbot. 1951 erhält er einen Ruf als Humangenetiker an die Universität Münster, nachdem namhafte Kollegen wie Adolf Butenandt, Max Hartmann, Boris Rajewski und Wolfgang Heubner ihm mit der „Denkschrift Verschuer“ einen umfassenden „Persilschein“ ausgestellt haben.

 
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