Menschen

Eugen Fischer

1874 Karlsruhe (Deutschland) – 1967 Freiburg/Breisgau (Deutschland)
Mediziner und Eugeniker
Land: Deutschland

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Eugen Fischer

Fischer gründet 1927 mit Richard Goldschmidt und Carl Correns das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Berlin-Dahlem, das er bis 1942 als Direktor leitet. Er gehört zu den führenden Forschern der neuen Erbforschung, die international boomt. Schon früh verfasst er zusammen mit Erwin Baur und Fritz Lenz das bis in die Nachkriegszeit gültige Standardwerk der Menschlichen Erblehre. Als Rektor der Berliner Universität forciert er die Vertreibung jüdischer Wissenschaftler. 

Im Dritten Reich richtet er sein Institut auf die Ziele der Nationalsozialisten aus und wird Richter im Berliner Erbgesundheitsgericht. Sein Institut verfasst Hunderte von Sterilisationsgutachten. Im benachbarten Harnack-Haus veranstaltet Fischer Schulungen für Amtsärzte und Richter. Mitunter kommt er auch als Gast der intellektuellen Mittwochsgesellschaft, der auch der spätere Hitler-Attentäter Ludwig Beck und der Physiker Werner Heisenberg angehören. 1942 übergibt er seinem engsten Schüler Otmar Freiherr von Verschuer die Institutsleitung.

 
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