Menschen

Friedrich Glum

1891 Hamburg (Deutschland) – 1974 München (Deutschland)
Jurist, Ökonom, Wissenschaftsmanager
Land: Deutschland

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Friedrich Glum

Glum ist Generalsekretär der 1911 gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft für Grundlagenforschung. Ab 1926 treibt er den Bau des Harnack-Hauses voran. Für private Spenden ist die Zeit günstig, und wie es andere Länder vormachen, rührt auch Glum die Werbetrommel bei der Wirtschaft. Bis 1927 sammelt er 500.000 Reichsmark für die Inneneinrichtung. Dann kommt er auf die originelle Idee, Patenschaften für Räume gegen Geld zu vergeben, was nochmals 400.000 Reichsmark Spendengelder einbringt.  

Der erste hauptamtliche Generalsekretär mit Dienstvilla und Spitzengehalt nimmt mit seinem stilsicheren Auftreten dem Präsidenten Adolf von Harnack viele Amtsgeschäfte ab. Innerhalb weniger Jahre entsteht so eine moderne Forschungsorganisation mit Gremienstruktur. Glum schafft durch gezielte Mitgliederwerbung und Öffentlichkeitsarbeit eine starke Corporate Identity.

Politisch befürwortet er nach 1933 die Anpassung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft an die neuen Verhältnisse. Bei den Nazis gilt er trotzdem als unberechenbar, weshalb er 1937 seinen Posten verliert. Ab 1945 setzt er sich für die deutsch-amerikanischen Beziehungen ein und arbeitet in dieser Zeit im Beraterstab von Lucius Clay für die US-Militärregierung in Deutschland.

 
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