Gastgeber & Gäste

Albert Einstein

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Albert Einstein im Harnack-Haus

Im Jahr 1914 zog Albert Einstein (1879 – 1955) von Zürich nach Berlin. Max Planck und Walther Nernst hatten den vielversprechenden jungen Physiker 1913 überzeugt, nach Berlin zu kommen. Die Berliner Physiker hofften, dass Einstein in Berlin seine bisherigen Arbeiten zur Quantentheorie fortsetzen und daraus neue wichtige Anregungen für die Weiterentwicklung dieser Theorie entstehen könnten. In Aussicht gestellt wurde auch die Gründung eines neuen Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik. Es wurde schließlich 1917 mit Einstein als Direktor gegründet, besaß aber zunächst kein eigenes Gebäude, so dass Einstein es von seinem privaten Arbeitszimmer aus leitete. Der wichtige Austausch mit den Fachkollegen fand in den damals führenden physikalischen Forschungseinrichtungen Berlins statt: In der Akademie der Wissenschaft, im Berliner Physikalischen Kolloquium und zum Teil in der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt.

Nach dem Bau des Harnack-Hauses 1929 besuchte Einstein es als Gast, obwohl der weltberühmte Forscher in dieser Zeit viel auf Reisen und selten in Berlin war. Nachgewiesen sind mindestens zwei Vorträge im Goethe-Saal. Schon im Dezember 1929, ein halbes Jahr nach Eröffnung des Gästehauses, sprach er bei den wissenschaftlichen Wintervorträgen der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft „Über das Raum- und Ätherproblem“. Ein zweiter Vortrag ist für 1931 für das Jugendheim Charlottenburg dokumentiert. Die Presse berichtete über diesen Vortrag, in dem Einstein Kindern und Jugendlichen Physik verständlich und „amüsant“ erklärte.

Anfang des Jahres 1933 befand Einstein sich auf Vortragsreise in den USA, wo ihn die Nachricht erreichte, dass Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt worden sei. Einstein, der bereits seit vielen Jahren Ziel antisemitischer Polemiken war, beschloss, nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren und seine Funktionen und Positionenen (darunter die seit 1917 bestehende Mitgliedschaft in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft) niederzulegen. Später nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Nach dem Zweiten Weltkrieg lehnte er in Anbetracht des Verhaltens der meisten Deutschen während der NS-Zeit das Angebot der Max-Planck-Gesellschaft ab, Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied zu werden. Er kehrte auch nicht besucherweise jemals wieder nach Deutschland zurück. sk

 
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